Erich Fried sagt, „Ich wäre sinnlos vor Glück, Dich wiederzusehen.“

Du tust mir nicht gut, es tut mir nicht gut, neben Dir zu sitzen und einen Tisch aufzubauen und mit Dir zu reden und mir zu denken, so konstruktiv haben wir uns noch nie unterhalten.

Es tut mir auch nicht gut, auf einem Stuhl zu sitzen und du stellst dich hinter mich und stützt dich auf der Lehne ab und deine Finger berühren meinen Rücken und diese kleine Berührung erschreckt mich so, tut mir so gut, ruft so viel Sehnsucht in mir hervor und ich muss mich besinnen, dass es mir nicht gut tut und dass es nichts zu bedeuten hat und ich beuge mich schnell nach vorne, weg von deinen Fingern.

Es tut mir nicht gut, an all das zu denken und in meinem Bett zu sitzen und zu weinen, weil ich daran denke, wie wir das erste Mal zusammen getanzt haben, wie du mich gepackt hast und festgehalten hast für ein Foto, an das Foto zu denken, wo es so aussieht, als hättest du uns beide fotografiert, an die Nacht, in der wir bis in den Morgen tanzten und all das in etwas Großartigem hätte enden können, aber das nicht die Wahrheit ist. Die Wahrheit ist, dass du 1000 Gelegenheiten hattest, dass du sie bei 1000 anderen auch genutzt hast, dass ich das erste Mal in dem halben Jahr, in dem wir uns kennen, das Gefühl hatte, dass wir uns ernsthaft unterhalten und dabei ging es um einen Tisch aus Glas.

21. Oktober 2012

Tisch aus Glas

Ich glaube, du hast heute zum ersten Mal ernsthaft mit mir geredet, zwar über einen Tisch, aber wir haben ernsthaft miteinander geredet. Es war natürlich nicht das erste Mal, dass wir miteinander gesprochen haben, aber es war anders, da war keine Distanz, keine Ablehnung, keine Frotzelei, du hast mit mir geredet, zwar über Schrauben und Glasplatten und Stangen, aber so, als ob es wichtig sei, als ob dich meine Meinung interessiert. So, als ob wir noch tausendmal über solche Unwichtigkeiten reden könnten, so als ob wir auch über Wichtiges reden könnten. Natürlich ging es aber in Wirklichkeit nur darum, einen Tisch aufzubauen. Er steht, hat zwei Glasplatten und kann rollen.

 21. Oktober 2012

28 Socken

Ich weiß nicht, ob ich die Kraft habe,

ich weiß nicht mal, ob ich die Kraft dazu habe,

aufzustehen, mich anzuziehen, rauszugehen

oder auch nur die Wäsche aufzuhängen,

die großen Kleidungsstücke und die kleinen Socken,

nicht einmal die kleinen Socken,

es sind so viele,

Socken von zwei Wochen,

für jeden Tag ein Paar, zwei Stück,

28 SOCKEN

28 Mal einen Socken nehmen und ihn auf die Wäscheleine legen,

das scheint tatsächlich für mich nicht machbar zu sein!

 

3.4.2013

Dies und das